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Referenzen



Die Figurenspieltherapie ist eine relativ junge Methode und deshalb noch nicht so verbreitet.

Verschiedene Fachpersonen haben diese psychologisch orientierte Spieltherapie kennen gelernt und berichten über ihre Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit FigurenspieltherapeutInnen:




Die Figurenspieltherapie - aus der Sicht eines Kinderarztes



Dr. med. FMH Rudolf Christen
Spezialarzt für Kinder- und Jugendmedizin
Dorfstrasse 21
3646 Einigen

Während mehr als 33 Jahren führte ich eine Praxis für Kinder und Jugendliche in Thun. Am 1. April des vergangenen Jahres übergab ich sie in jüngere Hände.

Während all der Jahre versuchte ich möglichst allen anfallenden Problemen gerecht zu werden. Ein grosser Teil betraf psychiatrische Störungen. Effiziente, problem- und lösungsorientierte Therapieansätze für das Kind im Vorschul- und Unterstufenalter gibt es wenig, und nicht jedes kindliche psychische Symptom bedarf sofort einer Familientherapie.

Ende der 90er-Jahre wurde ich durch das Drängen einer Patientenmutter auf die Figurenspieltherapie aufmerksam. Ich begann, mich mit dieser Therapieform auseinanderzusetzen und besuchte die Praxis einer Figurenspieltherapeutin in Thun. Ich war beeindruckt, wie unkompliziert, spielerisch und unverschlüsselt Kinder in der Arena des Figurenspiels auf ihre wirklichen Probleme zu „sprechen“ kommen. Es ist dann Aufgabe der Umgebung, die vom Kind gespielten Botschaften aufzunehmen und in das Bewusstsein der Familie einfliessen zu lassen.

In den letzten Jahren motivierte ich mehrere Familien mit ihren Problemkindern zu einer Figurenspieltherapie. Das Alter lag zwischen 4½ und 12 Jahren. Die Gründe für die Therapie waren mannigfaltig. Zeichen einer beginnenden depressiven Entwicklung, Angstzustände, Geschwisterrivalitäten, Scheidungssituationen oder die alterstypischen, psychosomatischen Störungen waren die häufigsten Ursachen. Die Effizienz der durchgeführten Therapien war hoch. Die Therapiedauer lag zwischen 8 und 25 Sitzungen. Es kam zu keinem einzigen Therapieabbruch, ein Erfolg, den ich bei anderen Therapieformen nie erlebt habe.

Die Rückmeldungen der Eltern waren durchwegs positiv. Das Therapieziel wurde in den meisten Fällen erreicht. Zumindest kam es in allen Fällen zu einer Minderung des ursprünglichen Leidens. Das häufigste Problem, welches zur Einschränkung der Anwendung der Figurenspieltherapie auftrat, war leider die Finanzierung derselben.

Meine positiven Eindrücke beruhen auf Beobachtungen von Einzelschicksalen. Sie basieren weder auf neutralen Statistiken noch genügen sie den Kriterien einer evidenzbasierten Medizin. Aufgrund meiner langjährigen Erfahrung wage ich aber gleichwohl zu fordern, dass die Figurenspieltherapie zwingend in den Massnahmenkatalog der kindlichen Psychotherapie als Pflichtleistung der Kassen aufgenommen werden sollte.

Dr. med. FMH Rudolf Christen

Januar 2011




Die Figurenspieltherapie - aus der Sicht einer Psychologin



Regina Renggli-Bruder
dipl. Kinder- und Jugendpsychologin SBAB
Transaktionsanalytikerin CTA-C
Lehrerin
Schaffhauserstrasse 4
8400 Winterthur

Seit 10 Jahren ist für mich die Vernetzung mit TherapeutInnen, die mit dem Ansatz der Figurenspieltherapie arbeiten, eine ganz wichtige Ressource und Ergänzung meiner Tätigkeit als Kinder- und Jugendpsychologin. Von diesen beruflichen und fachlichen Erfahrungen möchte ich berichten und beschränke mich dabei auf meine Beobachtungen bei Kindern, die ich begleitet habe.

Kinder und Jugendliche, die aufgrund seelischer Belastungen durch ihre Eltern in meiner Praxis angemeldet werden, kläre ich zunächst ab, um mir einen genauen Einblick in die Komplexität der anstehenden Themen zu verschaffen. Anschliessend begleite und unterstütze ich das Familiensystem, wenn nötig auch die Schule, damit das Kind seine nächsten Entwicklungsschritte möglichst gut bewältigen kann.

Dabei hat sich - gerade bei Kindern, die aus entwicklungspsychologischen Gründen ihre seelischen Konflikte oft nicht artikulieren können - die Zusammemarbeit mit FigurenspieltherapeutInnen als äusserst geeigneter Weg erwiesen: Der kreativ-gestalterische Ansatz im Spiel mit den Figuren ermöglicht den Kindern einen sehr direkten und doch geschützten Ausdruck ihrer eigenen Erfahrungen, Konflikte und Lösungsansätze. Der klare Aufbau und die Regeln bieten weiter einen sicheren Rahmen, der gerade Kindern mit Verunsicherungen einen Halt zu geben vermag. Dadurch erfahren die Kinder Schutz, Sicherheit, Geborgenheit zugleich individuelle Entfaltungs- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Ich habe bei den Kindern, die eine Figurenspieltherapie besuchten, eine schnelle Abnahme ihrer Ängste und Symptome sowie Veränderung schwieriger Verhaltensmuster erlebt. Ihr Sozialverhalten wurde gestärkt, indem sie lernten, sich adäquater einzubringen und sich in andere einzufühlen. Im Bereich der emotionalen Belastungen erlebe ich, wie ein Kind mit Trennungsangst sich nach kurzer Therapiezeit altersentsprechend von seiner Mutter phasenweise lösen konnte, was es sich vorher nicht zugetraut hatte, einem anderen gelang es, viel entspannter auf Gleichalterige zuzugehen, ohne dass es in den Teufelskreis häufiger Streitereien involviert war. Die Eltern waren mit dem Verlauf der Therapie sehr zufrieden.

Aus meiner Sicht kann ich den Ansatz der Figurenspieltherapie sehr empfehlen. Dabei ist es wie bei jeder Therapie wichtig, dass sich das Kind mit der Therapeutin wohlfühlt, so dass sich die Therapieerfolge einstellen können.

Winterthur. 22.7.2011

Regina Renggli-Bruder, Kinder- und Jugendpsychologin SBAP